Der Titel ist hart umkämpft, aber die Bamberger sind sich ganz sicher: Ihre Heimat verdient die Bezeichnung als Bierstadt. Und dieser Name kommt nicht von irgendwo: Mit 15 Braustätten besitzt Bamberg die größte Brauereidichte Deutschlands. An jeder Ecke wird gebraut und genau so gerne den Gerstensaft genossen. Dadurch hat sich eine große Bierkultur entwickelt, die sich nicht nur im Getränk, sondern auch im Essen und in einigen Redewendungen äußert.

Der Bamberger Bierkrieg

Die steigenden Preise von Lebensmitteln schreitet immer weiter voran und war auch schon vor über 100 Jahren zu spüren. Besonders stark hat die Inflation die Biertrinker 1907 betroffen. Damals sollte der Preis für ein Seidla (0,5 Liter) Bamberger Brauereien von 11 auf 12 Pfennige erhöht werden. Das passte den Bambergern gar nicht und sie boykottierten den Kauf von lokalem Bier. Die Konkurrenz schlief auch damals nicht: Aus dem benachbarten Forchheim und Erlangen rollten immer mehr Pferdekutschen mit Bierfässern an. Daraufhin nahmen die Bamberger Brauereien die Erhöhung des Bierpreises wieder zurück und die Biertrinker beendeten ihren Boykott.

Fränkische Redewendungen für den Bierkeller

Wer sich in Franken für ein Bier und eine Brotzeit verabreden möchte ohne als „Neigschlafter“ (ein Zugezogener oder Auswärtiger) erkannt zu werden, muss einige Feinheiten in seiner Sprache und auch seiner Gestik beachten. Wir geben 4 Tipps, mit denen man garantiert als Franke durchkommt.

In Franken geht man “auf den Keller” 

In Bamberg und Umgebung geht man nicht „in den Biergarten“, sondern „auf den Keller“. Das liegt daran, dass Bier während seines Reifeprozesses früher der kühlen Temperaturen wegen in kellerartigen Gewölben gelagert wurde, die bevorzugt an Waldhängen lagen. Die Kühle und die idyllische Umgebung boten einen gemütlichen Ort zum Verkosten des Bieres. Dadurch etablierten sich die ersten Orte des Bier-Genusses: Direkt auf dem Keller.

Die Begrüßung auf dem Keller: Auf den Tisch klopfen

Einen Franken erkennt man auf dem Bierkeller daran, dass er beim Ankommen und zur Verabschiedung kräftig auf den Tisch klopft. Dadurch bekommt er die Aufmerksamkeit aller am Tisch anwesenden und signalisiert ein „Grüß Gott“ oder „Ade“.

Kochen wie die Bamberger

Bamberger Bierzipfel
Bamberger Hörnla
Bamberger Hörnla
Bamberger Zwiebel
Bamberger Zwiebeln

Die kürzeste Bestellung der Welt: a U

Die Franken sind wortkarg. Das spiegelt sich auch in ihren Bestellungen wider. Bestellt man in Bamberg „a U“, bekommt man ein ungespundetes Bier serviert, welchem die Kohlensäure entzogen wurde. Dadurch ist das Bier besonders bekömmlich und man muss nicht aufstoßen. Der Franke ist nämlich wortkarg, aber nicht unhöflich.

Vergelt’s Gott als Danke

Hat man zur Begrüßung auf den Tisch geklopft, „a U“ bestellt und dieses serviert bekommen, bedankt man sich dafür mit einem „Vergelt’s Gott“ (Vergelte es Gott). Echte Franken wissen auch, wie man darauf antwortet. Nämlich mit einem „Seng’s Gott“ (Segne es Gott).

Rezepte für die Bierstadt

karpfen-im-bierteig
Karpfen im Bierteig
Bratwurst in Zwiebel-Bier-Soße
bier brownies
Bier-Brownies